Zwergseidenäffchen

Wissenschaftlicher Name:

Cebuella pygmaea

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über Zwergseidenäffchen

KURZINFO

Das Zwergseidenäffchen (Cebuella pygmaea, Syn.: Callithrix pygmaea) ist eine Primatenart aus der Familie der Krallenaffen. Es ist der kleinste Vertreter der Eigentlichen Affen und lebt im westlichen Südamerika. Es lebt in Gruppen und ernährt sich vorwiegend von Baumsäften.

 

Die Nahrung der Zwergseidenäffchen besteht vorwiegend aus Baumsäften (60 bis 80 %) und Kleintieren (12–16 %). Wie alle Marmosetten sind sie dank der spezialisierten Zähne im Unterkiefer in der Lage, Löcher in die Baumrinde zu nagen, um so an die Nahrungsquelle zu gelangen. An Kleintieren nehmen sie Springschrecken, Käfer, Schmetterlinge, Ameisen und Spinnen zu sich. In geringem Ausmaß verzehren sie auch Früchte, Knospen und andere Pflanzenteile sowie gelegentlich kleine Wirbeltiere.

 

Aufgrund ihrer hohen Fortpflanzungsrate und ihrer relativen Anspruchslosigkeit in Bezug auf den Lebensraum sind Zwergseidenäffchen nicht bedroht. Hauptgefahr ist die Bejagung, da sie häufig zu Heimtieren gemacht werden. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).

Zwergseidenäffchen sind tagaktive Baumbewohner, am aktivsten sind sie am Morgen und am späten Nachmittag. Als Schlafplätze dienen ihnen Pflanzendickichte und seltener Baumhöhlen. Sie bewegen sich auf waagerechten Ästen auf allen vieren laufend, können aber gut springen und dank ihrer Krallen auch Baumstämme hinauf oder hinab klettern.

 

Sie leben in Gruppen von zwei bis neun Tieren zusammen. Gruppen setzen sich aus ein bis zwei Männchen, ein bis zwei Weibchen sowie den Jungtieren zusammen. Gibt es mehrere Weibchen, erringt eines die Dominanz über die Gruppe und ist auch das einzige, das sich fortpflanzt. Die gegenseitige Fellpflege spielt eine wichtige Rolle bei der Interaktion innerhalb der Gruppe.

 

Gruppen bewohnen sehr kleine Reviere von 0,3 bis 0,5 Hektar Größe. Diese Reviere sind oft um einen größeren, zur Baumsaftgewinnung geeigneten Baum gelegen. Geht die Produktion dieses Baums zurück, sucht sich die Gruppe ein neues Revier, meist in der Nähe des alten. Die Territorien benachbarter Gruppen überlappen sich nicht, zwischen den Gruppen gibt es sehr wenig Interaktion.

VERBREITUNG

Aussehen

Zwergseidenäffchen leben im westlichen Amazonasbecken zwischen Rio Japurá im Norden und Rio Madeira im Osten und Süden. Das Verbreitungsgebiet umfasst damit Teile des westlichen Brasilien, das südliche Kolumbien, das östliche Ecuador, das östliche Peru und den Norden Boliviens. Ihr Lebensraum sind Regenwälder vor allem zeitweise überflutete Tieflandregenwälder, aber auch Terra Firme-Wälder, Bambusbestände, Lianendickichte und Sekundärwälder. Zwergseidenäffchen teilen ihren Lebensraum oft mit verschiedenen Arten der Tamarine. Wo sie zusammen vorkommen sind die Tamarine generell zahlreicher in den Terra Firme-Wäldern, die in der Regenzeit nicht überflutet werden, während sie in den von den Zwergseidenäffchen bevorzugten Flusswäldern weniger häufig vorkommen

Zwergseidenäffchen erreichen eine Kopfrumpflänge von 12 bis 15 Zentimetern, der Schwanz ist mit 17 bis 23 Zentimetern deutlich länger. Ihr Gewicht beträgt 85 bis 140 Gramm. Sie sind damit die kleinsten Affen – nicht aber die kleinsten Primaten, da beispielsweise die Mausmakis kleiner sind.

 

Ihr Fell ist insbesondere am Kopf buschig und fällt nach hinten, es ist am Kopf und am Nacken dunkelbraun oder graubraun gefärbt, der Rücken ist grau und weist oft schwarze oder grünliche Einsprenkelungen auf. Der Bauch ist je nach Unterart gelblich-braun oder weißlich, die Pfoten gelb-orange gefärbt. Der lange, buschige Schwanz ist schwarz-grau geringelt. An der Oberlippe befinden sich zwei weiße Flecken, auch auf der Nase verläuft ein weißer Streifen. Wie bei allen Krallenaffen befinden sich an den Fingern und Zehen (mit Ausnahme der Großzehe) Krallen statt Nägeln.

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