Wickelbär

Wissenschaftlicher Name:

Potos Flavus

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über Wickelbär

KURZINFO

Lebensweise

Der Wickelbär (Potos flavus), manchmal auch Honigbär genannt, ist eine in Mittel- und Südamerika lebende Art der Kleinbären (Procyonidae). Von allen anderen Kleinbären unterscheidet er sich durch einen langen, greiffähigen Schwanz, den er geschickt zum Klettern einzusetzen vermag. Er lebt in Mittelamerika und im nördlichen Südamerika und ernährt sich überwiegend von Früchten. Wickelbären sind nachtaktive Baumbewohner.

 

Sehr auffällig ist die Art und Weise des Kletterns von Wickelbären: hierbei wird der lange, kräftige Schwanz stark eingesetzt. Unter anderem können sie sich mittels ihres Schwanzes kopfüber von einem Ast hängen lassen, um dann ansonsten unerreichbare Früchte zu greifen. Überdies wird der Schwanz beim Laufen über Äste gerade nach hinten ausgestreckt, um die Balance zu halten. Wenn sie an Stämmen aufwärts oder abwärts klettern, wickeln sie den Schwanz zur Absicherung um die Zweige.

 

Die deutsche Bezeichnung Wickelbär kommt wohl von der Eigenschaft, als Kleinbär beim Klettern den Schwanz einzusetzen, wobei er die Äste umwickelt. Da er wohl das einzige Raubtier ist, welches dies tut, wird dies im Namen erwähnt.

 

Der im englischen und manchmal auch im deutschen Sprachraum angewendete Begriff „Kinkajou“ (englisch) beziehungsweise „Kinkaju“ (deutsch) soll auf das Vokabular der brasilianischen-indianischen Tupi-Sprache zurückgehen.

 

In Mexiko wird der Wickelbär „Mico de noche“ genannt, was „Nachtäffchen“ bedeutet.

Die nachtaktiven Wickelbären führen eine baumbewohnende Lebensweise und sind geschickte Kletterer. Tags schlafen sie in Baumhöhlen, selten legen sie sich auf einen Ast oder ein Geflecht von Lianen und Blättern. Sie nehmen eine typische Schlafstellung ein, bei der sie seitlich eingerollt liegen und ihre Pfoten schützend vor die Augen legen. Wenn sie nachts beim Fressen erschreckt werden, beenden sie das Essen und kläffen hundeähnlich. Bei einer weiteren Annäherung des Feindes fliehen sie oder verteidigen sich.

 

Das Sozialverhalten ähnelt in den Grundzügen je nach Aspekt dem von Raubtieren und Primaten: Sie gehen alleine auf Nahrungssuche und haben dieses Verhalten mit etlichen Raubtieren (etwa Bären) gemein, doch regelmäßig sammeln sich die Tiere zu großen Gruppen, bei Bäumen mit großem Nahrungsangebot können sich etliche Wickelbären zur Nahrungsaufnahme einfinden. Da hierbei meist die von Natur aus gebotenen Unterschlüpfe in einem Baum nicht für derartige Mengen von Wickelbären ausreichen, finden sich vielfach mehrere, teilweise bis zu fünf Exemplare in einer einzelnen Baumhöhle.

 

In derartigen Gruppenansammlungen zeigen Wickelbären etwas Sozialverhalten, unter anderem putzen sie sich manchmal gegenseitig und spielen mit ihren Jungtieren. Im Durchschnitt dauert das gegenseitige Putzverhalten etwa 6 Minuten, die längste beobachtete Zeitspanne waren 28 Minuten.

VERBREITUNG

Aussehen

Wickelbären sind Bewohner tropischer Regenwälder zwischen dem äußersten Süden Mexikos und dem Süden Brasiliens in maximal 2500 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Sie halten sich in den Wipfelregionen der Bäume auf und steigen freiwillig nie auf den Boden herab. Da sie außerdem nachtaktiv sind, sind sie für Forscher nur schwer aufzufinden.

 

Aufgrund ihrer ähnlichen Lebensweise und Ernährung nehmen die Wickelbären im Regenwald eine ökologische Nische ein, welche der von Kapuzineraffen entspricht. Beide können in diesem Lebensraum jedoch koexistieren, weil Wickelbären im Gegensatz zu Kapuzineraffen nachtaktiv sind.

 

Wickelbären haben kaum natürliche Feinde. Da sie sich meist in den Wipfelregionen von Bäumen aufhalten, werden sie nur selten Opfer von Bodenräubern wie dem Jaguar. Gefahr droht ihnen allerdings von den südamerikanischen Kleinkatzen wie Langschwanzkatze, Ozelotkatze und Ozelot. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind sie auch nur eine seltene Beute von Greifvögeln wie der Harpyie, während die Eulen in ihrem Lebensraum zu klein sind, um für Wickelbären eine Gefahr darzustellen. Menschen gegenüber sind Wickelbären aufgrund der geringen natürlichen Bedrohungen nicht sehr scheu. Überdies verhalten sich Wickelbären in helleren Nächten nicht vorsichtiger als in normalen Nächten.

Die Kopf-Rumpf-Länge des Wickelbären beträgt etwa 40 bis 60 Zentimeter, der Schwanz ist ungefähr 40 bis 55 Zentimeter lang. Das Gewicht beträgt 1,4 bis 4,6 Kilogramm, im Mittel meist 2 bis 3 Kilogramm.

 

Das Rückenfell der Tiere ist wollig, kurz und braun. Dabei ist der Haaransatz meist gelblich bis hellbraun, die Spitzen sind rötlichbraun. Häufig hat das Rückenhaar einen rötlichen Schimmer, manchmal zusätzlich einen schwarzen Aalstrich. Das Bauchfell ist gelb.

 

Der rundliche Kopf ist kurz, Ohren und Schnauze treten nicht weit hervor. Die Augen sind relativ groß, haben eine kastanienbraune Iris und eine große runde Pupille. Mit ihnen können Wickelbären in der Nacht gut sehen.

 

Die recht kurzen, jedoch kräftigen Beine tragen gekrümmte Krallen, welche bis zu einem Drittel der Länge mit Häutchen verbunden sind und mit denen der Wickelbär gut klettern kann. Die Vorderpfoten sind sehr geschickt und zum Greifen von Nahrung und zum Klettern gut geeignet. Die Hinterpfoten sind länger als die Vorderpfoten.

 

Ein besonderes Merkmal ist die schmale, lange und weit herausstreckbare Zunge, die zum Nahrungserwerb eingesetzt wird. Die kräftige Kopf-Rumpf-Muskulatur ist nur von einer losen Haut bedeckt. Oft hängt die Haut in Falten herunter.

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