Tamandua

Wissenschaftlicher Name:

Tamandua

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über Tamandua

KURZINFO

Lebensweise

Die Tamanduas (Tamandua) sind eine Gattung mit zwei Arten aus der Unterordnung der Ameisenbären (Vermilingua), die in Mittel- und Südamerika heimisch ist. Manchmal werden sie auch als Kleine Ameisenbären bezeichnet. Mit ihrer teils bodenlebenden und teils baumbewohnenden Lebensweise vermitteln sie zwischen dem bodenbewohnenden Großen Ameisenbären und den sich nur in Bäumen aufhaltenden Zwergameisenbären. Wie diese leben die Tamanduas einzelgängerisch und ernähren sich von staatenbildenden Insekten. Die beiden Tamanduaarten sind in ihrem Bestand nicht gefährdet.

Tamanduas sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, ruhen aber in der Mittagszeit. Ihre Aktivitätszeit beträgt etwa acht Stunden pro Tag, wobei sie sich ebenso auf dem Boden wie in den Bäumen fortbewegen. Am Boden sind sie aber eher langsam und unbeholfen, vor allem im Vergleich zum mobileren Großen Ameisenbären. Auch können Tamanduas schwimmen.[7] Als territoriale Einzelgänger markieren sie ihre Reviere mit einem Analdrüsensekret, das auf mehrere Meter einen strengen Geruch verströmt. Der Aktionsraum eines Tamanduas kann je nach Region zwischen 25 und 375 Hektar schwanken. Ruhezeiten verbringen die Tiere in Baumhöhlen oder verlassenen Tierbauen, zum Beispiel von Gürteltieren, die sie gelegentlich auch weiter ausbauen. Viele größere Raubtiere erbeuten gelegentlich Tamanduas, darunter Jaguare und Harpyien. Wird ein Tamandua bedroht, stellt er sich mit dem Rücken zu einem Baum auf die Hinterbeine und versucht, den Angreifer mit Schlägen seiner scharfen Krallen abzuwehren.

VERBREITUNG

Aussehen

Tamanduas kommen in Mittel- und Südamerika vor. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mexiko bis in das nördliche Argentinien und Uruguay. Obwohl sie bis in Höhen von 2000 m nachgewiesen werden, sind sie dort seltene Ausnahmen und bevorzugen das Flachland. Eine Vielzahl von Lebensräumen wird von diesen Ameisenbären besiedelt. Neben Regen-, Trocken- und Mangrovenwäldern sind dies auch Baumsavannen und Kulturland.

 

Die Nahrung der Tamanduas besteht fast ausschließlich aus Termiten und Ameisen sowie anderen staatenbildenden Insekten. Der prozentuale Anteil der einzelnen Nahrungskomponenten kann aber regional und individuell sehr unterschiedlich sein. Die Nester werden mit dem Geruchssinn erspürt, mit den scharfen Krallen der Vorderfüße aufgegraben und mit der Zunge geplündert. Dabei sind sowohl in Bäumen als auch am Boden befindliche Nester als Nahrungsressourcen bekannt. Die Fressdauer an den einzelnen Nestern ist aufgrund der chemischen Abwehr der Insekten meist relativ kurz, weswegen über den Tag verteilt mehrere Kolonien aufgesucht werden müssen (beim Nördlichen Tamandua 50 bis 80). Dadurch entnehmen die Tiere nur jeweils eine relativ kleine Menge Insekten, so dass den Kolonien kein bleibender Schaden zugefügt wird. Neben Insekten verzehren Tamanduas gelegentlich als Beikost auch Früchte oder Gräser.

Tamanduas sind mittelgroße Ameisenbären und mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 47 bis 88 cm und einem 40 bis 67 cm langen Schwanz deutlich kleiner als ihr Verwandter, der Große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla). Sie erreichen ein Gewicht von 2 bis 7 kg. Die Grundfarbe des Fellkleides ist beige bis hellbraun. Darauf zeichnet sich eine schwarze Westenzeichnung ab, die an der Schulter beginnt und hinter den Vorderbeinen den Rumpf umschließt; diese Zeichnung ist beim Nördlichen Tamandua ausgeprägter und hebt sich deutlich von der Grundfarbe ab, beim Südlichen Tamandua ist sie undeutlicher und kann auch fehlen. Ein Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgebildet und zeichnet sich bei einzelnen Populationen nur anhand einzelner Schädelmerkmale ab. Wie alle Ameisenbären sind sie durch die lange, enge Schnauze gekennzeichnet, deren Mundöffnung nur bleistiftdick ist.[1] Sie sind zahnlos, haben aber eine lange und dünne Zunge, die mit klebrigem Sekret bedeckt ist und mit der sie ihre Nahrung aufnehmen. Tamanduas tragen an den Vorderfüßen vier Zehen, die mit langen, scharfen Krallen ausgestattet sind, von denen die dritte Kralle stark vergrößert ist; die fünfte Zehe ist nur rudimentär entwickelt. Beim Laufen können die Tiere über die Vorderpfoten nicht abrollen, sondern belasten hier nur die vorderen Spitzen und die Außenseiten, um die langen Krallen zu schonen. Die Hinterfüße haben fünf Zehen mit deutlich kleineren Krallen.

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