Serval

Wissenschaftlicher Name:

Leptailurus serval

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Einige Infos

über Serval

KURZINFO

Der Serval (Leptailurus serval) ist eine mittelgroße wilde Katze Afrikas, die meist auf ockergelbem Grund schwarz gefleckt ist. Die Bezeichnung Serval stammt vermutlich von dem portugiesischen Wort lobo-cerval ab, das übersetzt Luchs bedeutet. Es entstand im 18. Jahrhundert und findet sich in dieser oder ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.

 

Servale werden gelegentlich als nachtaktiv bezeichnet, ihr Aktivitätsmuster ist aber häufig sowohl durch die Anwesenheit von Menschen beeinflusst als auch durch das Verhalten ihrer Beutetiere. In Regionen, in denen sie viele große, nachtaktive Nahrungskonkurrenten haben, weichen sie auf andere Tageszeiten aus. In ungestörten Gebieten des Ngorongoro ist der Serval überwiegend am frühen Morgen und in den späten Nachmittagsstunden unterwegs. Während der Nacht begibt er sich alle drei Stunden auf eine kurze Jagd. Während der heißesten Tagestemperatur ruht er gewöhnlich im Schatten. Diese Ergebnisse wurden auch durch Studien an sechs Servalen bestätigt, deren Aktivitätsmuster im Kamberg Nature Reserve mit Hilfe von Funksendern untersucht wurden. Insbesondere an dunstigen oder bewölkten Tagen waren sie hier auch während des Tages auf Jagd. Im Rustenburg Nature Reserve unweit der südafrikanischen Stadt Rustenburg waren die dortigen Servale dagegen überwiegend nachtaktiv.

 

Untersuchungen zum Revierverhalten von Servalen liegen vor allem aus dem Gebiet des Ngorongoro-Kraters vor. Dort haben Weibchen ein Revier von mindestens 9,5 Quadratkilometer während die der Männchen mit 11,6 Quadratkilometer unwesentlich größer sind. Reviere von Weibchen überlappten sich dabei nur geringfügig.[4] Servale markieren ihr Revier mit Duftmarken. Ein im Ngorongoro-Krater beobachtetes Männchen hinterließ über eine Periode von 12 Stunden pro Stunde durchschnittlich 41 Duftmarken. Bei Weibchen ist das Verhalten etwas weniger intensiv ausgeprägt.

Servale meiden insbesondere den Kontakt mit Hyänen. Entdecken sie eine Hyäne, dann kauern sie sich auf den Boden und warten ab. Nähert sich die Hyäne zu sehr, fliehen sie mit einer Serie weiter Sprünge, dabei ist der Schwanz hoch aufgerichtet. Servale klettern auch auf Bäume, um möglichen Prädatoren zu entgehen. Servale haben wenige Feinde, werden aber manchmal von größeren Katzen wie Leoparden gefressen.

 

Im Zoo werden Servale zwanzig Jahre alt, ihre Lebensdauer in freier Wildbahn dürfte um einiges niedriger sein. Es wird geschätzt, dass sie im Schnitt ein Alter von zehn Jahren erreichen. Weibchen ziehen in dieser Zeit vermutlich zwischen 16 und 20 Jungtiere groß.

 

Die Unterart Berberserval ist durch starke Verfolgung in die Höhen des Atlas zurückgedrängt worden, wo sie nun am Rande des Aussterbens steht. Ausgerottet wurde der Serval auch in weiten Teilen Südafrikas. In den Savannen und im Grasland südlich der Sahara gelten Servale als häufig. In einigen Regionen, wo zunehmend mehr Getreide angebaut wird und in Folge davon die Nagetierpopulation angestiegen ist, haben sich die Umweltbedingungen für Servale sogar verbessert.

 

Servale werden nach wie vor gejagt, da man in ihnen einen potentiellen Prädator kleinerer Haustiere sieht. Als gefährdet gilt vor allem Hausgeflügel.

 

Servale können mit Hauskatzen gekreuzt werden. Die weiblichen Nachkommen dieser Kreuzungen sind fruchtbar, während die Männchen der ersten Kreuzungsgenerationen in aller Regel steril sind. Aus solchen Kreuzungen wurde in den 1990er Jahren in den USA die Hauskatzenrasse Savannah gezüchtet. Die Savannah ist mittlerweile eine von der TICA anerkannte Rasse.

 

 

VERBREITUNG

Aussehen

Der Serval kommt ausschließlich in Afrika vor. Südlich der Sahara ist er noch weit verbreitet: er gehört zur Fauna der meisten Länder vom Senegal im Westen und Somalia im Osten Afrikas bis in den Süden der Republik Südafrika. Allerdings hat der Serval sehr spezifische Ansprüche an seinen Lebensraum, so dass er nur jeweils einzelne Regionen in diesem Verbreitungsgebiet bewohnt. In der südafrikanischen Kapprovinz ist er beispielsweise ausgestorben.[2]

 

Noch bis in jüngere Zeit kam der Serval in Nordafrika vor. In Algerien wurde das letzte Exemplar 1880 gesichtet. Es ist unsicher, ob es noch Servalpopulationen in Marokko und Tunesien gibt. Die letzten bestätigten Sichtungen stammen hier aus den 1970er Jahren.[2]

 

Servale bewohnen verschiedene Typen von Grasland. Ihr Vorkommen ist an das Vorhandensein von Wasser und einer Vegetation aus Gras und Schilf gebunden. In Wüsten oder Halbwüsten kommen sie nicht vor, können aber dort überleben, wo Wasserläufe solche trockenen Regionen durchziehen. Auch Wald können sie bewohnen, sofern der Baumwuchs schütter und immer wieder von Lichtungen durchbrochen ist. In den dichten Waldbeständen des äquatorialen Westafrikas fehlen Servale jedoch vollständig.[3] Sofern Wasser, Nahrung und Deckung vorhanden sind, scheinen das jeweilige Mikroklima und die Höhenlage keine Restriktionen für diese Katzenart darzustellen. Man hat sie in 3000 m Höhe auf den Mooren des Aberdare-Nationalparks in Kenia beobachtet. Auch im Kamberg Nature Reserve der südafrikanischen Midlands kommen sie vor, wo im afrikanischen Winter regelmäßig Frosttemperaturen herrschen und gelegentlich sogar Schnee fällt.

Der Serval erreicht eine Körperlänge von 70 bis 100 cm und eine Schulterhöhe von 54 bis 62 cm. Bei Weibchen liegt das Körpergewicht zwischen 7 kg und 12 kg, bei Männchen zwischen 9 kg und 18 kg. Damit ist er um fast 20 Zentimeter höher gebaut als der südamerikanische Ozelot, der eine ähnliche Körperlänge hat und etwa 12 Zentimeter höher als der Karakal, der ein ähnliches Gewicht aufweist.[1] Er hat einen kleinen Kopf mit großen und runden Ohren. Seine Beine sind sehr lang: Innerhalb der Katzenfamilie hat keine andere Art längere Beine. Außerdem hat der Serval einen mittellangen Schwanz, der eine Länge von bis zu vierzig Zentimeter erreicht, und der Körper ist sehr schlank gebaut.

 

Das Fleckenmuster des Servals weist große individuelle Unterschiede auf. So gibt es Servale mit sehr kleinen Flecken, während andere große Flecken haben, die am Nacken und Rücken in Streifen übergehen.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hielten Taxonomen es für möglich, dass es sich bei den klein- und großgefleckten Servalen jeweils um eigenständige Arten handelt. In Hochlandgebieten Ostafrikas, beispielsweise den Aberdare-Bergen in Kenia, gibt es auch vollkommen schwarze Servale, die anfangs gleichfalls für eine eigene Art gehalten wurden. Die meisten dieser melanistischen Servale wurden in Höhenlagen zwischen 2440 und 2745 Meter gesichtet.

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