Sechsbindengürteltier

Wissenschaftlicher Name:

Euphractus sexcinctus

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Einige Infos

über Sechsbindengürteltier

KURZINFO

Lebensweise

Das Sechsbinden-Gürteltier (Euphractus sexcinctus) ist eine Säugetierart aus der Gruppe der Gürteltiere (Dasypoda). Es lebt im östlichen Teil von Südamerika und bevorzugt weitgehend offene Savannen- und Grasländer, kommt aber auch in verschiedenen Waldgebieten vor. Als Allesfresser vertilgt es sowohl Pflanzen als auch Insekten und kleine Wirbeltiere, wobei es auf der Nahrungssuche den Geruchssinn einsetzt und häufig kleine Löcher anlegt. Weiterhin lebt die Gürteltierart unterirdisch in eigens gegrabenen Bauen, von denen im Aktionsraum eines Tieres mehrere bestehen. In weiten Bereichen Südamerikas gilt die Art zudem als Krankheitsüberträger. Der Bestand des Sechsbinden-Gürteltier ist als nicht gefährdet eingestuft.

 

Das Sechsbinden-Gürteltier wird gelegentlich vom Menschen gejagt, da es Felder umgräbt und die Samen frisst. Das Fleisch wird jedoch wegen des angeblichen starken Eigengeschmackes eher selten vom Menschen verzehrt. Eine Untersuchung bei indigenen Gruppen im argentinischen Gran Chaco ergab, dass die Menge an verzehrten Sechsbinden-Gürteltieren insgesamt 3,3 % der aufgenommenen Biomasse über ein Jahr ausmachte, wobei die Gürteltierart an drei Tagen innerhalb dieses Zeitraums konsumiert wurde. Ebenso dient der Schwanz manchmal zum Feuermachen, indem mit Hilfe von Feuerstein Funken erzeugt werden, aber auch zum Transport von Geräten zum Erzeugen von Feuer.

Das Sechsbinden-Gürteltier ist ein Einzelgänger, der vorwiegend tagaktiv ist, jedoch gelegentlich auch nachts auf Nahrungssuche geht. Ein einzelnes Tier besitzt Aktionsräume (home ranges), die mitunter recht groß sind und in einigen Fällen bis zu 93 ha umfassten. Es legt unterirdische Baue an, indem es mit den Vorderfüßen gräbt und den Aushub mit den Hinterbeinen wegschiebt. Die Baue reichen meist ein bis zwei Meter und in einem Winkel von durchschnittlich 32,4° in den Boden und enden in einer kleinen Kammer, die gerade Platz genug zum Umdrehen bietet.

 

Die Eingänge sind 20 cm breit und 16 cm hoch, häufig liegen sie zwischen Baumwurzeln und sind der Windrichtung entgegen gewandt. Ein einzelnes Tier nutzt einen Bau regelmäßig, in einem Fall konnte eine 18fache Wiederbenutzung beobachtet werden.[8][9] Allerdings verfügt es über mehrere Baue in einem relativ kleinen Gebiet. Bei Tieren in der Gefangenschaft ist bekannt, dass sie die Baue mit den Stoffen ihrer Duftdrüsen am Hinterleib markieren, für freilebende Tiere wird dies auch angenommen. Ein aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen ist nur während der Stillzeit beobachtet worden.

VERBREITUNG

Aussehen

Das Sechsbinden-Gürteltier lebt in Südamerika und ist östlich der Anden weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Suriname über den Osten und die Mitte Brasiliens bis hinunter nach Bolivien, dem Norden von Argentinien und Paraguay sowie Uruguay, wobei letzteres Land die südlichste Grenze darstellt.[4] In jüngster Zeit konnte eine Ausdehnung des Verbreitungsgebietes im Nordosten Brasiliens über den Rio Gurupí hinweg nach Westen beobachtet werden.[5] Ebenso kommt das Sechsbinden-Gürteltier dort auf einigen küstennahen Inseln vor, die es aufgrund seiner guten Schwimmfähigkeit eigenständig erreicht hat.[6] Eine kleine Population wurde im zentralen Chile eingeführt, erwies sich aber nicht als stabil. Ein weiteres Vorkommen in Peru gilt als unsicher. Als bevorzugte Habitate dienen offene Grasländer und Savannen, vor allem im Cerrado und im Gran Chaco. Die Gürteltierart kommt aber auch in verschiedenen Waldlandschaften vor, so in sekundären, trockenen, aber auch in laubabwerfenden Wäldern. Teilweise ist sie auch in tropischen Regenwäldern des Amazonas-Tieflandes und in Galeriewäldern des Pantanal anzutreffen, meidet aber sumpfiges Gebiet. Zum Teil bewohnt das Sechsbinden-Gürteltier auch landwirtschaftlich genutzte Gebiete. In vielen Fällen werden ökotonale Gebiete genutzt, etwa Flussränder. Die Populationsdichte in den einzelnen Lebensräumen ist recht unterschiedlich und allgemein abhängig von der vorhandenen Biomasse. In der Cerrado-Region Brasiliens wird sie auf etwa 14 Individuen je Quadratkilometer geschätzt, in Galerie- und laubwerfenden Wäldern auf bis zu 57 Individuen je Quadratkilometer, in der trockenen Chaco-Region Boliviens aber nur auf ein Individuum auf einer ähnlich großen Fläche.

 

Als ausgesprochener Allesfresser besteht die Nahrung des Sechsbinden-Gürteltiers aus pflanzlicher und fleischlicher Kost. Einen Großteil seiner Nahrung macht jedoch pflanzliches Material aus und umfasst Früchte, Pilze und Nüsse, aber auch Getreide. Untersuchungen zu Mageninhalten aus der brasilianischen Provinz Mato Grosso zeigten vor allem Samen und Früchte von Orangen, der Papaya und von Zuckerrohr auf, insgesamt nahm Pflanzennahrung hier ein Drittel aller aufgenommenen Reste ein.

Das Sechsbinden-Gürteltier erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 34 bis 49 cm (durchschnittlich 40 cm), hinzu kommt noch ein 12 bis 30 cm langer Schwanz, das Gewicht schwankt von 2 bis 6,5 kg. Damit ist es etwa so groß wie das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus) und wird unter den heute lebenden Gürteltieren nur vom Kappler- (Dasypus kappleri) und vom Riesengürteltier (Priodontes maximus) übertroffen. Allerdings neigt es in Gefangenschaft dazu, Fett anzusetzen und kann dann bis zu maximal 11 kg schwer werden. Der Kopf besitzt eine Länge von bis zu 12 cm, zudem ist er auch sehr breit. Die Schnauze ist dagegen recht schmal und weiterhin leicht herausgezogen. Insgesamt weist der Kopf einen deutlich schwereren Bau auf als bei den meisten anderen Gürteltierarten. Die Ohren sind mit maximal 4,7 cm Länge eher kurz und stehen weit auseinander, der Abstand zueinander übertrifft in der Regel die Ohrlänge. Der typische Kopfschild ist lang sowie dreieckig geformt und ragt fast bis zur Nasenspitze vor, so dass er bis zu 80 % der Kopflänge einnimmt. Er wird aus großen, regelmäßig angeordneten Knochenplättchen geformt. Dabei reicht der Schild bis hinter die Ohren und verbreitert sich vor den Ohren noch einmal halbkreisförmig, im Bereich der Augen ist er dagegen leicht eingezogen. Der Rückenpanzer weist eine Dreiteilung auf mit einem festen Schulter- und Beckenteil und sechs bis acht, häufig aber sechs, beweglichen Bändern dazwischen. Er besteht ebenfalls aus kleinen Knochenplättchen, die in Reihen angeordnet sind. Ebenso ist der lange Schwanz gepanzert, ein weiteres Band aus Knochenplättchen befindet sich am Nacken. Oberhalb des Schwanzes sind bis zu vier Löcher in den Plättchen vorhanden, die Drüsen für ein Sekret enthalten, das dem Sechsbinden-Gürteltier seinen charakteristischen Geruch verleiht. Die Gürteltierart ist insgesamt gelblich-braun gefärbt, zwischen des einzelnen Knochenplättchen sprießen ebenso gelblich getönte, borstenartige Haare hervor. Die Gliedmaßen sind relativ kurz und besitzen an den Vorder- und Hinterfüßen jeweils fünf Zehen. Diese tragen kräftige Krallen, wobei die mittlere Kralle der Vorderfüße jeweils am längsten ist. Die Hinterfußlänge variiert zwischen 7,5 und 9,2 cm. Weibliche Tiere weisen zwei Milchdrüsen auf.

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