Nacktaugenkakadu

Wissenschaftlicher Name:

Cacatua sanguinea

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Einige Infos

über Nacktaugenkakadu

KURZINFO

Der Nacktaugenkakadu (Cacatua sanguinea), auch Rotzügelkakadu genannt, ist eine in Australien weit verbreitete und häufige Papageienart, die zu der Familie der Kakadus gehört. Charakteristisch ist für ihn der kurze Schwanz, die nach hinten gerichtete Federhaube und der proportional kleine Schnabel. Er ist neben dem Wühlerkakadu und dem Nasenkakadu die dritte sogenannte Corella-Art, die in Australien vorkommt. Die Grundfarbe des Gefieders ist weiß. Allerdings ist ihr Gefieder häufig stark mit roter Erde verschmutzt, da sie bei der Nahrungssuche im Boden graben.

 

Nacktaugenkakadus gehören zu den Kakaduarten, die von der Erschließung des australischen Kontinents durch europäische Siedler profitiert haben. Die Anlage von Viehtränken ermöglichte ihnen auch Regionen zu besiedeln, die zuvor zu wenig Wasser boten, um von ihnen ganzjährig besiedelt zu werden. Sie sind heute in mehreren, voneinander getrennten Populationen auf dem australischen Kontinent vertreten. Es werden insgesamt vier Unterarten für diese Art beschrieben. In einzelnen Regionen haben Nacktaugenkakadus so stark zugenommen, dass sie als Schädlinge gelten. Sie werden deshalb in Western Australia von einigen Farmern geschossen, um Ernteausfällen vorzubeugen.

Der Nacktaugenkakadu ist vermutlich die erste australische Papageienart, die von einem Europäer beschrieben wurde. Der englische Reisende William Dampier gelangte am 22. August 1699 auf eine der kleineren Inseln vor der Westküste Australiens und berichtete später von einigen weißen Papageien, die er gesehen habe. Auf der von ihm besuchten Insel leben heute noch Nacktaugenkakadus als einzige weiße Kakaduart

 

Nacktaugenkakadus fressen Grassamen, den Samen krautiger Pflanzen, Nüsse, Früchte, Beeren, Wurzeln, Knospen, Blüten sowie Insekten und deren Larven. Der größte Teil der Nahrung wird am Boden aufgenommen. Während der Suche nach Nahrung graben sie bis zu 5 Zentimeter tiefe Löcher. Dadurch ist insbesondere die Körperunterseite stark mit Erde verschmiert.[1] Sie fressen landwirtschaftliche Anbauprodukte wie Reis und Hirse. Sie nehmen allerdings auch große Mengen der Samen von Emex Australia auf, einer als Unkraut geltenden Pflanze, die sich infolge der zunehmenden Weidewirtschaft stark ausgebreitet hat und als ernstzunehmende Plage gilt. Sie stehen aus diesem Grund in Teilen des nordwestlichen Australiens unter Schutz

VERBREITUNG

Aussehen

Nacktaugenkakadus sind disjunkt im Westen, Norden sowie im Osten Australiens verbreitet. Sie kommen außerdem im Süden Neuguineas vor. Auf Tasmanien sind sie eingeführt.

 

Nacktaugenkakadus sind auf permanente Wasserstellen angewiesen, besiedeln aber ansonsten eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. Dazu gehören sowohl Waldgebiete in den Küstenregionen Australiens als auch aride und semiaride Gebiete im Landesinneren.[3] Zu den von ihnen besiedelten Lebensräumen zählen Grasland, Ackerland, Baumsavannen, Riedgrasebenen, Mangroven, Reisfeldern, Galeriewälder und feuchte Hartlaubwälder. Im Küstentiefland findet man auch verwilderte Populationen. Die Art hat sich auch urbanen Lebensräumen sehr gut angepasst und kommt im Umfeld großer Städte vor.

 

Grundsätzlich scheinen Nacktaugenkakadus im Landesinneren Australiens sehr nomadisch zu leben. Sie sind nur während der Brutzeit standorttreu. Nacktaugenkakadus, die Küstenregionen beziehungsweise küstennahe Landschaftszonen besiedeln, sind dagegen sehr standorttreu.[7] Zu den Regionen, in denen Nacktaugenkakadus stark zugenommen haben, zählt unter anderem die Wheatbelt Region. Ihre Ausbreitung bleibt nicht ohne Auswirkung auf andere Kakaduarten. Sie stellen vor allem für Wühlerkakadus eine starke Konkurrenz dar und scheinen diese in neubesiedelten Regionen zu verdrängen

Nacktaugenkakadus erreichen eine Körperlänge von 38 Zentimeter und wiegen zwischen 480 und 800 Gramm.[5] Nacktaugenkakadus gehören zu den sogenannten „weißen Kakadus“: Die Grundfarbe ihre Gefieders ist bei der Nominatform durchgängig weiß. Lediglich die äußeren Steuerfedern sind zur Basis hin und auf der Unterseite der Innenfahnen gelb. Es gibt Unterarten, deren Kopf-, Hals und Brustfedern eine leichte rosa-orangefarbene Färbung haben.

 

Die Federhaube ist kurz und besteht lediglich aus verlängerten Federn des vorderen Scheitels. Der Zügel ist blassrosa. Die unbefiederte Augenumgebung ist gräulich blau. Die Iris ist dunkelbraun. Der Schnabel ist klein und hornfarben. Die Beine sind grau. Es besteht kein Geschlechtsdimorphismus.

 

Der Flug der Nacktaugenkakadus ist schnell mit flachen Flügelschlägen. Der Flug wird von kurzen Gleitphasen unterbrochen und weist Ähnlichkeit zu der Flugweise von Tauben auf.[6] Während des Rufes ist ein dreisilbiges, glucksendes körr-ör-rap...körr-ör-rap zu hören, dessen Tonhöhe am Ende stark ansteigt. Erregte Vögel geben raue Kreischlaute von sich. Diese rauen Rufe sind in der Nähe von Schlafbäumen sehr stark wahrnehmbar.

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