Kolkrabe

Wissenschaftlicher Name:

Corvus corax

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Einige Infos

über Kolkrabe

KURZINFO

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgestorben und haben sich danach durch nachlassende Verfolgung wieder ausgebreitet. Der wissenschaftliche Name Corvus corax setzt sich aus dem lateinischen Corvus und dem griechischen Corax zusammen, beides bedeutet „Rabe“. Kolk, die erste Silbe seines seit dem 16. Jahrhundert bezeugten deutschen Namens, ist vermutlich lautmalerischen Ursprungs, ahmt also den Ruf des Vogels nach.

 

Der Kolkrabe ist hinsichtlich der besiedelten Lebensräume sehr anpassungsfähig und bewohnt Hochgebirge, Wälder sowie offene und halboffene Landschaften aller Art von der Tundra im Norden über die mitteleuropäische Kultursteppe bis zu Halbwüsten im Süden des Verbreitungsgebietes. Mit abnehmender menschlicher Verfolgung werden zunehmend siedlungsnahe Bereiche bewohnt, so gab es in Berlin Ende der 1990er Jahre bereits mindestens 15 Brutpaare.

 

Wie viele Rabenvögel ist der Kolkrabe Allesfresser, wobei tierische Anteile meist überwiegen. Das Nahrungsspektrum umfasst kleine Wirbeltiere aller Art sowie deren Entwicklungsstadien (z. B. Vogeleier), größere Insekten, Regenwürmer und weitere Wirbellose, Aas jeder Größe, Früchte, landwirtschaftliche Produkte wie Mais sowie menschliche Nahrungsabfälle jeder Art.

Der am häufigsten zu hörende Ruf ist ein lautes und scharfes „kraa“, das bei Bedrohung geäußert wird; bei starker Bedrohung wird gereiht „kraa, kraa, kraa, kraa“ oder „rak, rak, rak, rak“ gerufen. Beim paarweisen Gleit- oder Schlagflug über weitere Strecken, sowie bei mit der Balz in Verbindung stehenden Flugmanövern wie Luftrollen oder Wellenflügen wird häufig einzeln „klong“, „raok“ oder „oang“ gerufen.

 

Darüber hinaus verfügen Kolkraben über eine große Vielfalt von Lautäußerungen; ihr Repertoire umfasst „mehrsilbige, an Kolken, Grunzen, Rülpsen, Knarren, Sirren bis zu hellen Xylophonklängen erinnernde Laute“, bei mitteleuropäischen Raben wurden mindestens 34 verschiedene Ruftypen gefunden. Schließlich imitieren Kolkraben gern Geräusche und Rufe anderer Tierarten: Rufe von Krähen, den Balzgesang des Auerhahns, Hundegebell.

 

Kolkraben können ihre Stimmlage je nach Art der Bekanntschaft mit einem Artgenossen verändern: Auf fremde Artgenossen reagieren sie mit deutlich tieferer und rauerer Stimme als auf ihnen vertraute Raben, und ihnen aus früheren Begegnungen als „freundlich“ bekannte Raben werden mit höherer Stimme begrüßt als ihnen als „unfreundlich“ bekannte Individuen

VERBREITUNG

Aussehen

Das riesige Verbreitungsgebiet der Art umfasst weite Teile der Holarktis. In der Paläarktis reicht es von Irland, Island und Portugal nach Osten bis Kamtschatka an der Pazifikküste. In Nord-Süd-Richtung kommt der Kolkrabe im Westen von der Nordspitze Norwegens bis in den Maghreb vor.

 

In Westsibirien wird die nördliche Verbreitungsgrenze bereits am Polarkreis erreicht, weiter östlich fehlt die Art im nordsibirischen Tiefland, auf der Taimyr-Halbinsel, im Jana-Indigirka-Tiefland, im Norden im Kolyma-Tiefland und im nördlichen Anjuigebirge.

 

Die südliche Verbreitungsgrenze verläuft weiter nach Osten im Norden der Arabischen Halbinsel, im Süden von Irak und Iran über Nordindien und nach Nordosten abbiegend durch Mittelchina bis zur Mandschurei. In Asien fehlt die Art großflächig in der zentralasiatischen Steppenregion.

 

In der Nearktis sind die küstennahen Regionen Grönlands sowie Nordamerika von Alaska und dem nördlichsten Kanada nach Süden bis Nicaragua besiedelt. Die Art fehlt in weiten Teilen der mittleren und westlichen USA sowie im westlichen Mexiko und Mittelamerika.

 

Die großen Verbreitungslücken in Mittel- und Westeuropa sowie im Osten der USA sind durch menschliche Verfolgung verursacht.

Der Kolkrabe ist mit einer Körperlänge von 54 bis 67 cm und einer Flügelspannweite von 115 bis 130 cm größer als ein Mäusebussard und der mit Abstand größte europäische Rabenvogel. Der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren ist bezüglich der Größe gering, Männchen sind im Mittel etwas größer und schwerer als Weibchen. Adulte Männchen aus Polen hatten eine Flügellänge von 388–442 mm, im Mittel 423,3 mm und wogen 1080–1370 g, im Mittel 1254 g, Weibchen hatten eine Flügellänge von 395–433 mm, im Mittel 413,8 mm und wogen 1070–1235 g, im Mittel 1147 g.[1] Der Schnabel ist sehr groß und kräftig, der First des Oberschnabels ist deutlich nach unten gebogen.

 

Kolkrabe (C. c. sinuatus) im Profil. Die verlängerten Nasalborsten und Kehlfedern sind für die Art charakteristisch.

Bei adulten Vögeln ist das Gefieder einfarbig schwarz und je nach Lichteinfall metallisch grün oder blauviolett glänzend. Die Iris ist dunkelbraun, Beine und Schnabel sind schwarz. Die Federn an der Kehle sind verlängert und lanzettlich zugespitzt; vor allem wenn die Vögel rufen, stehen diese Federn deutlich ab. Der Schwanz ist am Ende deutlich keilförmig. Im Flug sind neben dem keilförmigen Schwanz die langen und im Handflügel deutlich verschmälerten Flügel sowie der kräftige Hals mit dem großen Kopf und dem großen Schnabel kennzeichnend.

 

Im Jugendkleid fehlt dem Gefieder fast völlig der Metallglanz, es ist oberseits braunschwarz, auf der Unterseite braun. Allenfalls die Kehle zeigt einen schwachen Metallglanz. Die Federn der Kehle sind nicht verlängert, der Schwanz ist am Ende weniger keilförmig, sondern eher gerundet. Die Iris ist blaugrau. Nach der ersten Mauser fehlen immer noch die verlängerten Kehlfedern, im Alter von drei Jahren zeigen die Vögel das Adultkleid.

 

Eine Varietät mit Partien weißen oder hellgrauen Gefieders (Weißbunter Rabe), die auf den Färöern und auf Island vorkam, ist nach rücksichtsloser Nachstellung durch Trophäenjäger 1902 ausgestorben.

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